Ein Tag, drei Legenden des Radsports.
Mailand–San Remo, die Flandern-Rundfahrt und die Französische Cyclocross-Meisterschaft fanden am selben Tag statt!
Vor genau hundert Jahren fiel ein außergewöhnlicher Tag in der Geschichte des Radsports zusammen: Gleich drei bedeutende Rennen wurden parallel ausgetragen – quer über Europa, unter völlig unterschiedlichen Bedingungen, aber mit derselben kompromisslosen Härte, die diese Epoche prägte.
In Italien kämpfte sich das Feld bei Mailand–Sanremo über staubige Straßen und lange Distanzen bis an die ligurische Küste. Am Ende setzte sich der große Costante Girardengo durch, einer der dominierenden Fahrer seiner Zeit, bekannt für seine Ausdauer und taktische Stärke.
Zur gleichen Zeit wurde in Belgien die Flandern-Rundfahrt ausgetragen – ein Rennen, das schon damals für seine unbarmherzigen Kopfsteinpflaster, engen Anstiege und das raue Wetter berüchtigt war. Hier triumphierte Denis Verschueren, der sich gegen die Konkurrenz auf den flämischen Straßen durchsetzte und seinen Namen in die noch junge Geschichte dieses Klassikers einschrieb.
Währenddessen fand in Frankreich die nationale Meisterschaft im Querfeldein statt, die Französische Cyclocross-Meisterschaft. Abseits befestigter Straßen, durch Schlamm, Wiesen und Hindernisse, verlangte dieses Rennen den Fahrern eine ganz andere Art von Stärke ab. Sieger wurde Charles Pélissier, ein vielseitiger Fahrer, der sowohl auf der Straße als auch im Gelände zu den Besten gehörte.
Drei Rennen, drei Länder, drei Sieger – und ein einziger Tag, der eindrucksvoll zeigt, wie vielfältig und gleichzeitig fordernd der Radsport schon vor einem Jahrhundert war.
Quelle: L’Auto, 22 mars 1926, Bibliothèque nationale de France (Gallica).
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