Zeitsprung: 24-03-1926

Monsieur Mercier auf Streckeninspektion

Wie der Tour-de-France-Beauftragte 1926 die Route prüfte und die Etappenorte vorbereitete

Ein gewisser Monsieur Mercier übernahm im Vorfeld der Tour de France eine zentrale organisatorische Aufgabe: Er fuhr die komplette Strecke ab, um in den Etappenorten Unterkünfte zu klären, Abläufe zu koordinieren und sich ein Bild von den Straßenverhältnissen zu machen. In einer Zeit ohne Navigationssysteme und mit nur begrenzter Infrastruktur bedeutete das vor allem viel Improvisation und genaue Planung vor Ort.

 

In einem zeitgenössischen Bericht wird ihm dafür ausdrücklich gedankt – ebenso wie den Unterstützern seiner Reise. Der Automobilhersteller Diatto sowie der Reifenhersteller Dunlop stellten das Fahrzeug zur Verfügung, einen Wagen mit 12 PS, der für diese Aufgabe eingesetzt wurde.

 

Trotzdem war die Fahrt alles andere als einfach. Auf rund 6000 Kilometern ging es über schlecht ausgebaute, oft unbefestigte Straßen, durch verschiedene Regionen und über längere Distanzen ohne größere Versorgungsmöglichkeiten. Auch mit Auto dürfte diese Streckenbesichtigung zeitaufwendig und teilweise mühsam gewesen sein – ein notwendiger, aber wenig sichtbarer Teil der Vorbereitung eines Rennens dieser Größenordnung.

Quelle: L’Auto, 24 mars 1926, Bibliothèque nationale de France (Gallica).