26. Juni 1926: Dunkerque -Le Havre (361 Kilometer, 2316 Höhenmeter)
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Hier findet Ihr die Strecke bei Komoot und Google Maps zum Nachfahren oder näher anschauen:
Etappenbericht
Hello, bonjour und guten Tag zur 4. Etappe von Dunkerque nach Le Havre!
Nach dem Start um 2 Uhr nachts auf der noch recht kühlen Place Jean Bart ging es für die Fahrer zunächst entlang der Kanäle Richtung Westen. Noch niemand startete hier eine Offensive, sodass das Fahrerfeld nach 40 km geschlossen Calais erreichte. Auch damals schon bemalten Fans die Straße. In großen Lettern war dort zu lesen: „Honneur au Tour de France“ – „Ehre der Tour de France!
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Bereits am Morgen plagte Georges Detreille vom Team Météore-Wolber der Durst, sodass er am Auto der Tour-Direktion nachfragte, ob er nicht ein kühles Bier haben könne. Oder ob die Rennleitung nicht wenigstens an jeder Bar das Rennen für drei Minuten neutralisieren könne.
Nach Abbeville mit seiner prächtigen Kathedrale ging es dann in hügeligeres Terrain. Hinter Le Tréport und Dieppe zog sich das Feld jeweils stark in die Länge. Mehrmals wurde Adelin Benoît leicht abgehängt, der Vierte des Gesamtklassements. Ottavio Bottecchia hatte mit Defekten zu kämpfen. Und auch das Maillot Jaune Gustave Van Slembroeck hatte einen Platten, wurde aber von seinem Teamkollegen Albert Dejonghe wieder nach vorne gebracht.
Nach Fécamp entwickelte sich ein hartes Rennen, bei dem sich niemand entscheidend absetzen konnte. Nachdem man Etretat passiert hatte, schienen sich alle Fahrer damit zufrieden zu geben, dass es in Le Havre zum Sprint kommen würde. Noch dazu hatte eine Bahnschranke das Fahrerfeld ausgebremst!
In Le Havre hatten sich auf dem Boulevard François Ier viele Zuschauer versammelt. Fabrikarbeiter hatten ihre Schicht am Morgen früher begonnen, damit sie pünktlich am Streckenrand stehen konnten. Im Sprint siegte der Routinier Félix Sellier, ehemaliger Sieger von Paris-Roubaix und 1922 Drittplatzierter der Tour de France. Der Luxemburger Nicolas Frantz verpasste nur knapp den Sieg.
Im Gesamtklassement gab es keine Veränderungen. Dies gefiel Tour-Direktor Henri Desgrange überhaupt nicht: Die Zuschauer an der Strecke und die Zeitungsleser erwarteten etwas Anderes als das, was die Champions gezeigt hätten. Desgrange äußerte Unverständnis, dass das Team J.B.-Louvet das Gelbe Trikot nicht konsolidieren wollte, dass Vorjahressieger Bottecchia seinen Rückstand nicht verringern wollte oder dass Benoît das Gelbe Trikot nicht attackieren wollte.
So fragte man sich für die nächste relativ flache Etappe, ob die Fahrer einen weiteren Erholungstag einlegen würden – interessante Sichtweise bei Etappen von 360 km auf Schotterpisten – oder ob es zwischen Le Havre und Cherbourg richtig zur Sache gehen würde.
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