Etappe 1: Évian-les-Bains - Mulhouse
11.07.2027 | 373 Kilometer | 3126 Höhenmeter
Die 1. Etappe des ReRide1926 ist Geschichte. Es war bereits eine ganz besondere Etappe, die uns nur eine leise Ahnung davon vermitteln konnte, was die Fahrer vor 100 Jahren geleistet haben.
Los ging es für uns mit originalgetreuem Schlafmangel um 5.30 Uhr. Kurz ein paar Fotos vor dem Rathaus von Évian-les-Bains, kurze Parade auf dem Boulevard vor dem Casino, begleitet von einer enthusiastisch noch im Bett liegenden Menschenmenge. Und schon war der Grand Départ erfolgt.
Schnurstracks fuhren wir auf eine bedrohliche Gewitterfront bei Genf zu, wir sahen es blitzen, wir hörten es rumpeln. Die Straße wurden immer nässer und stand an einer Stelle sogar gänzlich unter Wasser. Mit dem Morgenlicht verzogen sich glücklicherweise die dunklen Wolken und wir konnten uns in Saint-Julien noch einen kleinen Kaffee gönnen.
Weiter näherten wir uns dem Jura-Gebirge. Bei teils grandioser Aussicht auf den Genfer See ging es nun zum ersten Mal richtig bergauf. Mit dem Col de la Faucille erwartete uns gleich ein ordentlicher Brocken: über 11 Kilometer bei durchschnittlich 6,5 %.
Die erwartete Hitze hatte uns nun auch eingeholt. Obwohl wir die meiste Zeit des Nachmittags oben im Jura-Gebirge auf 800 bis 1000 Metern blieben, zeigte das Thermometer beständig um die 35 Grad herum an. Wir waren froh um jeden Brunnen, den wir finden konnten. Uns drohte zwar das übliche „Eau non potable“-Schild, aber den Kopf einmal unter Wasser halten war auch viel wert. Corinne hatte im Laufe der Etappe drei Verpflegungskontrollen mit kühlen Getränken und Obst aufgebaut, was natürlich eine große Hilfe war.
Ermutigend waren unterwegs auch die vielen motivierenden Nachrichten, die uns erreichten - unter anderem der Hinweis darauf, dass wir während der Live-Übertragung der Tour de France auf Eurosport erwähnt wurden!
Am Streckenrand sahen wir zahllose Schilder und wunderschöne Dekorationen, die die Tour de France feierten. Denn auch das Peloton des Jahres 2026 wird kommende Woche in der Region unterwegs sein.
Durch malerische Dörfer und Landschaften entlang des Doubs steuerten wir weiter in Richtung der alten Industriemetropolen Montbéliard und Sochaux. Ein wenig Regen erwischte uns, dem Hagelschauer hinter uns entgingen wir knapp.
Über seichte Hügel fuhren wir schließlich hinab in die Rheinebene, wo wir zur Abenddämmerung das Ziel in Mulhouse erreichten. Das historisch belegte Etappenziel fanden wir am Ende der Rue du Château Zu-Rhein. Die Zuschauer hatten sich aber bereits zurückgezogen - da waren wir eben doch 100 Jahre zu spät.
Zum Rennen von damals: Der Etappensieger Jules Buysse war wirklich schnell! Gegen ihn waren wir chancenlos, unsere Zeit war fast zwei Stunden langsamer. Erstaunt waren wir bereits am Col de la Faucille, als wir feststellten, dass Ottavio Bottecchia hier bereits über eine Viertelstunde vor uns lag. Wir haben uns in Mulhouse in der Gesamtwertung auf dem 46. Platz eingereiht und der Weg nach Paris ist noch weit - um genau zu sein: 5372 Kilometer
Erstelle deine eigene Website mit Webador