Etappe 7: Brest - Les Sables-d’Olonne
23.07.2027 | 412 Kilometer | 2584 Höhenmeter
Die nächste Etappe mit über 400 Kilometern von Brest nach Les Sables-d’Olonne stellte den Auftakt zu drei aufeinanderfolgenden Etappen dar. Lediglich mit kurzen Schlafpausen geht es von der Bretagne bis ins Baskenland. Da wäre es gut, am ersten der drei Tage sich ein wenig zu schonen und Kräfte zu sparen, oder?
Unser Start erfolgte um 4.30 Uhr in der Rue de Paris. Wieder fuhren wir zunächst anderthalb Stunden durch die Dunkelheit. Richtig frisch war es am Morgen, sodass es beinahe grenzwertig war, mit kurzer Hose und kurzen Handschuhen loszufahren. Eine kleine Überraschung erwartete uns in Châteaulin am Ufer der Aulne. Unserem historischen Verständnis ermangelte es der Kenntnis, dass das Städtchen einst die „Hauptstadt des Radsports“ genannt wurde. Traditionell fand hier am Tag nach den Straßenweltmeisterschaften der „Circuit de l’Aulne“ statt. Alle großen Namen standen hier am Start: Eddy Merck, Bernard Hinault, Raymond Poulidor, Miguel Indurain, Marco Pantani, Lance Armstrong… Eine 300 Meter lange Naturtribüne, in die 15 Ränge für Zuschauer hineingebaut wurden, ziert die Straße ortseingangs, die benannt ist nach dem großen bretonischen Rennfahrer der 1950er Jahre: Auf der Avenue Louison Bobet möchte man am liebsten gleich auf den noch gut sichtbaren Zielstrich lossprinten und sich die zehntausenden Fans auf der Tribüne vorstellen. Jene ist allerdings wegen Baufälligkeit gesperrt. Lediglich die Ziegen dürfen sie betreten, um den Verfall zu verlangsamen.
Eine kleine Kaffeepause legten wir in der wunderschönen Altstadt von Quimper ein. Weitere malerische Städtchen folgten mit Quimperlé, Lorient und Vannes. Die Fahrt war allerdings erwartet zäh. Auf den ersten 330 Kilometern bis nach Nantes hatten wir mit teils starkem Gegenwind zu kämpfen. Der Asphalt war rau, die Landschaft einige Kilometer von der Küste entfernt entlang der Nationalstraße doch eher öde. So bedurfte es sehr viel Energie, die alte bretonische Hauptstadt am Ufer der Loire zu erreichen. Ein wenig stressig war es zudem, die 600.000-Einwohner-Metropole zu durchfahren - der reinste Hindernisparcours!
Die Strecke führte uns im Anschluss glücklicherweise nach Südwesten in Richtung Küste, sodass wir ab Nantes Rückenwind hatten und die letzten 90 Kilometer einigermaßen zügig abspulen konnte. Nach 417 Kilometern erreichten wir Les Sables-d’Olonne erst um 23.30 Uhr. Keine guten Ausgangsbedingungen, um am nächsten Tag die 285 Kilometer lange Etappe nach Bordeaux in Angriff zu nehmen…
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