Etappe 9: Bordeaux - Bayonne
25.07.2027 | 189 Kilometer | 339 Höhenmeter
Es war nicht der schönste Besuch in Bordeaux, den man sich vorstellen könnte. Die wunderbare Stadt an der Garonne zittert momentan vor den Waldbränden. Am Vorabend, als wir das Ziel der 8. Etappe erreicht hatten, lag die Stadt unter dichten Rauchschwaden. Die Luft war so, als würde man an einem Lagerfeuer direkt im Qualm sitzen. Der Wind treibt die Brände weiter ins Landesinnere auf die Stadt zu. Mehrere Dörfer mussten bereits evakuiert werden. Auch der Regen der letzten beiden Tage scheint nicht viel Abhilfe geschafft zu haben.
Bei dem Wissen, dass in der Gironde seit Mittwoch über 200.000 Menschen evakuiert worden sind, verlor unser ReRide1926 für uns selbst ein wenig seine Bedeutung. Aber wir fahren weiter. Nach ausgiebiger Internetrecherche erkennen wir, dass unsere Strecke einige Kilometer an dem von den Behörden eingerichteten Sperrgebiet vorbeiführt. Und tatsächlich hatten wir letztlich keine weiteren Berührungspunkte mit der Naturkatastrophe. Glücklicherweise hatte sich durch den nächtlichen Regen die Luftqualität verbessert, sodass von den Bränden nichts zu spüren war.
Die Geschichte der Etappe ist schnell erzählt: Der Naturpark der Landes in der Gascogne mit seiner riesigen Pinienwäldern ist zwar grandios. Aber es gibt kaum Dörfer, keine Hügel, keine Abwechslung. Letztendlich bestand die Strecke daraus, 189 Kilometer kerzengeradeaus bei Seitenwind durch das Flachland zu fahren. Lediglich zur Hälfte der Strecke gab es zwei kleine Highlights: Vor der Kirche in Labouheyre stellten wir ein historisches Foto der Tour de France 1926 nach. Die Szenerie hat sich in den letzten 100 Jahren kaum verändert. Wenige Kilometer weiter passierten wir das Denkmal für Henri Béconnais, jenen Rad- und Motorsportler, der dort 1904 verunglückt war. Die Zeitung „L’Auto“ selbst war es, die das Denkmal finanzierte und daher in ihrem Bericht über die 9. Etappe der Tour de France 1926 erwähnte.
Einige kleine Hügel gab es vor Bayonne dann doch noch. Vom Baskenland wird man also standesgemäß begrüßt. Die Zielankunft am Stadtrand war besonders, da es nach einer kurzen Abfahrt in eine 500 Meter lange und 10 % steile Schlussrampe ging. Den Kampf um den Etappensieg entschied Nicolas Frantz für sich, uns blieb mit sieben Minuten Rückstand nur das Nachsehen.
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