18. Juli 1926: Dijon - Paris (341 Kilometer, 1412 Höhenmeter)
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Etappenbericht
Hello, bonjour und guten Tag zur 17. und letzten Etappe!
Die Presse vermeldete: „Eine Etappe fast ohne Geschichte…“ Als Gründe wurden die Müdigkeit der Fahrer und die sengende Hitze angegeben. Lediglich Camille Van de Casteele versuchte es mit einer Attacke etwa 50 km vor dem Ziel bei Essonnes. Nur Lucien Buysse ging mit, wollte aber keine Führungsarbeit leisten. So nahm auch Van de Casteele bald die Beine wieder hoch.
Letztendlich hatte sich an den Rampen zwischen Versailles und Paris die Spitzengruppe auf zehn Fahrer reduziert, die gemeinsam das Velodrom im Pariser Prinzenpark erreichten. Im Stadion war schon seit den Mittagsstunden die Hölle los, wegen Überfüllung konnten keine weiteren Zuschauer hineingelassen werden. Mit einer halben Vorderradlänge Vorsprung gewann Aimé Dossche den Sprint vor Félix Sellier. Die 666 m lange Schlussrunde im Velodrom hatten die Fahrer in 55 Sekunden absolviert, was einem Schnitt von 44 km/h entsprach. Nach Zieleinlauf stürmten die Zuschauer die Piste, um die Helden der Tour de France, die Giganten der Landstraße, zu feiern.
Das Fazit von Tour-Direktor Desgrange fiel zwiegespalten aus: Es sei bedauernswert, dass es so viele Massenankünfte gegeben habe. Er erkannte allerdings auch die Umstände: Es sei die längste Tour de France aller Zeiten gewesen. Man habe ständig mit großer Hitze und schweren Unwettern in den Bergen kämpfen müssen. Und schließlich sei da seit Luchon ein Fahrer im Gelben Trikot gewesen, der keinen Anlass zur Hoffnung gegeben habe, dass er noch eingeholt werden könnte.
Lucien Buysse war der Stärkste im Peloton. Er holte nach Henri Pélissier und den beiden Gesamtsiegen von Ottavio Bottecchia den vierten Tour-de-France-Sieg in Folge für sein Team Automoto-Hutchinson. Dazu gewann das Team sechs Etappen.
Auffällig stark war der Luxemburger Nicolas Frantz, der auf sämtlichen Etappen – außer jener nach Luchon – mit Buysse mithalten konnte. Sein Team Alcyon-Dunlop holte gar sieben Etappen und belegte außerdem Platz 2, 3 und 5 in der Gesamtwertung.
Zufrieden sein konnte auch das Team Christophe-Hutchinson, das mit Aimé Dossche zwei Etappen gewann. Auch das Team J.B. Louvet-Wolber war mit zwei Etappensiegen dekoriert und hatte mit Gustave Van Slembroeck von Dunkerque bis in die Pyrenäen das Gelbe Trikot in seinen Reihen.
Letztendlich hatten 41 von den gestarteten 126 Fahrern Paris erreicht. Die Rote Laterne trug der Franzose André Drobecq ins Ziel mit einem sagenhaften Rückstand von 26h59‘3“.
Den Gesamtsieg bei den touriste-routiers schnappte sich der 44-jährige Altprofi Giovanni Rossignoli mit über einer Stunde Vorsprung auf Henri Touzard, der gegen Ende der Tour de France immer stärker geworden war. Dritter wurde mit Paul Duboc ebenfalls ein ehemaliger Radprofi.
So begaben sich die Einen zunächst auf die wohlverdiente Ehrenrunde, während die Anderen nach dem obligatorischen Besuch in der Redaktion von L’Auto die Heimreise antraten, wo der harte Alltag auf sie wartete.
English
Stage 17: Dijon - Paris
18 July 1926
(341 kilometres, 1412 metres of climbing)
Français
Étape 17: Dijon - Paris
18 juillet 1926
(341 kilomètres, 1412 mètres de dénivelé)
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