68 Juli 1926: Luchon - Perpignan (323 Kilometer, 4305 Höhenmeter)
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Etappenbericht
Hello, bonjour und guten Tag zur 12. Etappe!
Nach dem epischen Kraftakt der Brüder Buysse am zweiten Pyrenäentag war für die 12. Etappe von Perpignan nach Toulon eine eher kontrollierte Fahrt durch den Süden Frankreichs zu erwarten. Doch das Mittelmeer und die „heißen Straßen des Midi“ hielten für die 50 verbliebenen Fahrer ganz eigene Überraschungen bereit.
Der Start war von 2 Uhr auf Mitternacht vorverlegt worden. Die Organisatoren ahnten, dass der Wind den Fahrern das Leben schwer machen könnte. Und tatsächlich hatten sie auf den ersten 200 km bis Nîmes mit starkem Gegenwind zu kämpfen. Als Georges Detreille ein Kissen am Straßenrand entdeckte, ließ er sich nicht davon abhalten, vom Fahrrad zu steigen, sich mit dem Kissen unter einen Baum zu werfen und Henri Desgrange gähnend zuzurufen: „Ich gebe auf! Und ich erzähle alles Albert Londres!“ Eine Anspielung auf den Skandal der Pélissier-Brüder, der sich 1924 in Coutances zugetragen hatte.
Der Mistral blies mit voller Kraft von Norden her, die Fahrer kämpften sich in sengender Hitze durch die Schottersteppe der Crau im Süden der Provence. Nach der Verpflegungskontrolle in Salon belebte sich das Rennen. Henri Tesi, als touriste-routier ins Rennen gegangen, hatte sich für den Tag Großes vorgenommen, da er aus Toulon kam und die ganze Stadt freudig gespannt war, ihn in Empfang zu nehmen. In den Hügeln nach Salon attackierte schon wieder Lucien Buysse im Gelben Trikot – und der Einzige, der sich an sein Hinterrad heftete, war…genau, Henri Tesi! Doch der Enthusiasmus währte nicht lange: In der kurzen Abfahrt nach La-Fare-les-Oliviers stürzte Tesi bei 60 km/h und musste mit gebrochenem Arm das Rennen aufgeben. Zurück blieb ein in Tränen aufgelöster Rennfahrer am Straßenrand und vergeblich wartende Fans im Ziel. So unerbittlich und hart kann die Tour de France sein.
Lucien Buysse ließ sich von den Verfolgern kurz darauf wieder einholen. Die Gruppe verkleinerte sich peu à peu an den Hügeln entlang der Côte d’Azur, bis nur noch fünf Fahrer an der Spitze lagen. Wenige Kilometer vor Toulon hatte plötzlich das Maillot Jaune einen Reifenschaden. So verlor Lucien Buysse an diesem Tag drei Minuten, was ihm aber angesichts seines großen Vorsprungs in der Gesamtwertung kein Kopfzerbrechen bereitete.
Aus der Spitzengruppe heraus holte sich Nicolas Frantz den nächsten Etappensieg vor seinem Teamkollegen Félix Sellier und verbesserte sich kurz vor den Alpen im Gesamtklassement auf den 4. Rang.
English
Stage 11: Luchon - Perpignan
8 July 1926
(323 kilometres, 4305 metres of climbing)
Français
Étape 11: Luchon - Perpignan
8 juillet 1926
(323 kilomètres, 4305 mètres de dénivelé)
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